Nov 18 2009
Yamaha DGX-630
Auf dieser Seite wird das Yamaha DGX-630 (siehe auch die Seite “Yamaha CLP-320-340″) detaillierter vorgestellt. Wesentlicher Unterschied zu den Yamaha Clavinova-Modellen ist zum Einen die Leichtbauweise. Das DGX-630 bringt gerade einmal 18 kg auf die Waage und lässt sich nach dem Lösen der Verbindungsschrauben zwischen Klaviatur und Unterbau sogar recht bequem von einer einzelnen Person transportieren. Den Transport eines Clavinovas sollte man dagegen schon in der Regel mit zwei Personen durchführen.

Als weiterer Unterschied ist die große Auswahl der Stimmen zu nennen, insgesamt 500 an der Zahl. Eine derartig hohe Stimmen-Anzahl findet sich bei den Clavinovas erst in weitaus höheren Preislagen. Beim DGX-630 enthalten sind beispielsweise jeweils nochmal differenzierte Piano-, E-Piano, Orgel- Akkordeon-, Gitarren-, Bass-, Streicher-, Chor-, Saxophon-, Trompeten- und Flötenklänge, aber auch die “Drum Kits” genannten Schlagzeugstimmen, bei der jede Taste für ein unterschiedliches Percussion-Element steht. Darüber hinaus steht noch eine ganze Reihe von anderen Klängen, Geräuschen und Effekten zur Verfügung, wie etwa Meeresrauschen, Vogelzwitschern, Telefonklingeln, Hundegebell, Motorgeräusche, Herzklopfen und Maschinengewehr, alle jeweils in 88 verschiedenen Tonhöhen. Die Steuerung der Stimmen erfolgt über den großen Drehregler (siehe Abbildung). Über das zentral angeordnete Display im Bild darunter erhält man einen komfortablen Überblick über die momentan gewählten Einstellungen.


Das DGX-630 verfügt über eine Begleitautomatik, d.h. man erhält durch Angabe des gewünschten Akkordes mit der linken Hand eine vollständige Begleitung mit wählbarem Rhytmus (160 sogenannte “Styles” stehen zur Auswahl), zu der man dann mit der rechten Hand die Melodie spielen kann. Weiterhin gibt es viele ausgefeilte Einstellungsmöglichkeiten, die auch bei deutlich teureren Digitalpianos nicht selbstverständlich sind, so z.B. die Split-Funktion: Die linke Hand kann dann mit einer anderen Stimme spielen als die rechte. Der Split-Punkt, also die Taste, ab der die Stimmenänderung erfolgt, lässt sich dabei frei wählen. Dazu gibt es eine umfangreiche Auswahl an Hall-Effekten (”Reverb”), die sich darüberhinaus noch in der Intensität verstellen lassen.
Besonders variabel wird das Instrument auch durch die dreistufig einstellbare Tastenempfindlichkeit, mit der man das Anschlagsgefühl verändern kann. Und nicht zuletzt sei noch der 5-Spur-Sequencer genannt, mit dem man eigene Lieder auf fünf parallelen Spuren aufnehmen kann, die sich beliebig an- und ausschalten lassen.
Einen weiteren Eindruck erhalten Sie durch den nachfolgenden Link auf die französische Yamaha-Seite, auf der es ein Demonstrationsvideo zu diesem Instrument gibt, das auf der deutschen Yamaha-Seite nicht vorhanden ist. Bitte lassen Sie sich durch die französische Sprache nicht vom Anschauen abhalten, das Video ist dennoch sehr interessant: Sie erhalten dort einen Eindruck der Klangqualität sowie eine Vorführung einiger Stimmen und Funktionen. Achten Sie dabei besonders auf die Begleitautomatik, leicht zu erkennen an der Schlagzeugbegleitung, sowie die Lernfunktion, bei der die zu spielenden Noten auf dem Display angezeigt werden.
Fazit: Das DGX-630 sollte vor der Anschaffung von teureren Heim-Digitalpianos unbedingt mal in Erwägung gezogen werden. Vorteile sind der günstige Preis, die vielen Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten und das niedrige Gewicht. Nachteilig ist die geringere Verstärkerleistung und eventuell die sehr leichtgängige Tastatur, die sich trotz der ausgewogenen Gewichtung noch nicht ganz wie beim akustischen Klavier anfühlt. Sinnvoll ist die Anschaffung des zugehörigen Pedal-Sets, da die Pedale hierbei stabileren Stand haben. Ausserdem verfügt das Dämpferpedal des Pedal-Sets über eine Halb-Pedal-Funktion, die ein halb getretenes Pedal beim akustischen Klavier simuliert.