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Nov 18 2009

Neue Klaviere

Published by admin

Ein wesentliches Merkmal eines Klaviers und Kriterium für den Klavierkauf ist die Bauhöhe. Es gibt Klaviere zwischen ca. 100 cm Bauhöhe bis hin zu über 130 cm, und wenn man eine Klavierpreisliste ansieht, stellt man fest, dass innerhalb einer Modellreihe mit zunehmender Bauhöhe auch der Kaufpreis zuweilen deutlich zunimmt.

Ein Klavier größerer Bauhöhe ist gegenüber einem kleineren Klavier in der Regel aus folgenden Gründen im Vorteil: Zunächst verfügt das größere Klavier naturgemäß auch über einen größeren Resonanzboden, was die Klangausbreitung verbessert und auch bei vielen gleichzeitig angeschlagenen Tönen einen klareren Klang ermöglicht. Darüberhinaus verfügen größere Klaviere auch über günstigere Hebelverhältnisse innerhalb der Mechanik, wodurch eine bessere Kontrolle der erzeugten Töne ermöglicht wird, was für den Spaß am Klavierspielen deutlich mitentscheidend ist. Weiterhin nimmt die Länge der Baßsaiten (das sind die langen kupferfarbenen Saiten) mit der Bauhöhe zu. Um diesen Vorteil zu verstehen, bedarf es der folgenden, hier nur kurz gefassten Erklärung: Grundsätzlich sind bei allen Klavieren und Flügeln die Saiten der tieferen Töne mit Kupfer umspannt, da die Saiten bei der durch die Bauform begrenzten Länge zusätzliche Masse benötigen, um überhaupt Töne in der gewünschten Tiefe erzeugen zu können. Diese Umspannung kann bei großen Instrumenten aufgrund der größeren Saitenlänge jedoch mit weniger Masse ausfallen, was zu klareren Tönen im Baßbereich führt. Es muß jedoch nicht automatisch das größte Klavier einer Baureihe sein, das einem am besten gefällt. Es kann durchaus vorkommen, dass für manche Ohren ein 125 cm hohes Klavier ausgewogener klingt als das entsprechende Modell mit z. B. 130 cm Bauhöhe. Somit gibt es keine optimale Bauhöhe, sondern es kommt eher auf den geplanten Einsatzzweck an. Als Einsteigerklavier kann man ein Klavier um 110 cm wählen, mit fortschreitenden spielerischen Fähigkeiten und Ansprüchen wird man sich eher ein Modell um 120 cm wünschen. Wer gehobene klassische Klavierliteratur spielen will, wird eher mit Bauhöhen über 120 cm glücklich werden.

Ein weiteres und mindestens ebenso wichtiges Kriterium für die Klavierauswahl ist die Herkunft bzw. Qualität des Instrumentes. Da es neue Klaviere zu Preisen von unter 3000 Euro bis hin zu ca. 40000 Euro gibt, stellt der Klavierkäufer sich die Frage, worin diese Preisunterschiede begründet liegen, und wieviel Geld man für das Klavier, das dem eigenen Bedarf entspricht, ausgeben muss. Die Preisunterschiede liegen zum einen darin begründet, dass heutzutage auf dem deutschen Markt neben Klavieren aus Deutschland Instrumente aus vielen verschiedenen Ländern angeboten werden, in denen zum Teil sehr unterschiedliche Lohnkostenniveaus herrschen. Weitere wichtige Produktionsstätten neben Deutschland sind z. B. Japan, Korea, Indonesien, China und England, wobei in Asien weitaus höhere Stückzahlen gefertigt werden als in Europa. Darüberhinaus ergeben sich die Preisunterschiede jedoch insbesondere aus den verschiedenen Qualitätsstufen, auf denen man Klaviere produzieren kann. So kommt z. B. der Rohstoffauswahl eine besondere Bedeutung zu. Je strenger die Kriterien für die Auswahl der verwendeten Materialien wie Hölzer, Filze, Stahl etc. ist, desto höherwertig und teurer wird natürlich das fertige Klavier. Weiterhin benötigt die Produktion eines guten Klaviers weitaus mehr Zeit als die eines durchschnittlichen Instruments. Viele Arbeitsschritte sind bis heute ausschließlich in Handarbeit möglich, so dass jede Stunde, die zusätzlich investiert wird, sich positiv auf das Endergebnis auswirkt.

Das jeweils richtige Klavier ist also eine Frage des persönlichen Anspruchs. Man kann durchaus Freude haben an einem Klavier für ca. 3000 Euro aus China oder Indonesien. Unterhalb dieser Preislage sollte man jedoch vorsichtig sein. Es darf bezweifelt werden, dass eine dauerhafte Qualität zu diesem Preis möglich ist. Man kann jedoch auch festhalten, dass jeder zusätzliche Euro für ein gutes Klavier sinnvoll angelegt ist. Auch wenn deutsche Klaviere in der Anschaffung teurer sind, so erhält man dafür ein wertstabiles Stück deutscher Klavierbautradition, das häufig in kleinen und feinen Serien gefertigt wird.

Es muss noch darauf hingewiesen werden, dass der Name eines Klaviers meist keinen Rückschluss auf die Herkunft zulässt. Auch chinesische Klaviere tragen häufig deutsche Namen. Viele Hersteller haben Produktionslinien unterschiedlicher Qualitäts- und Preisniveaus in verschiedenen Ländern. Fragen Sie daher beim Klavierkauf nach der Herkunft des Klaviers, um die Preise besser miteinander vergleichen zu können.

Für Neueinsteiger und Preisbewusste sind beispielsweise die folgenden Klaviere der Preisklasse bis ca. 5000 Euro besonders interessant:

Yamaha B1 (109 cm, Herkunft: Indonesien)

Yamaha B2 (113 cm, Herkunft: Indonesien)

Yamaha B3 (121 cm, Herkunft: Indonesien)

 

Kawai K15 (110 cm, Herkunft: Indonesien)

Kawai K2 (114 cm, Herkunft: Indonesien)

Kawai K3 (122 cm, Herkunft: Japan) 

 

Ritmüller LT2 (117 cm, Herkunft: China, mit deutschen Komponenten)

 

In der Preislage zwischen ca. 5000 und 10000 Euro haben sich folgende Modelle bewährt:

Yamaha U1 (121 cm, Herkunft: Japan)

Yamaha U3 (131 cm, Herkunft: Japan)

 

Kawai K5 (125 cm, Herkunft: Japan)

 

Zimmermann Z3 (116 cm, Herkunft: Deutschland)

 

Seiler-Klaviere (Herkunft: Deutschland)

 

Sauter-Klaviere (Herkunft: Deutschland)

 

Im Zweifelsfall ist es ratsam, die in Frage kommenden Instrumente im Klaviergeschäft auszuprobieren. Dabei hat es sich besonders bewährt, Klaviernoten aus verschiedenen Epochen zum Anspielen mitzunehmen, da jedes Instrument seine Stärken und Schwächen hat. So kann ein Klavier bei einem Barockstück (z. B. Bach) sehr schön klingen, während es mit einem Stück der Spätromantik (z. B. Rachmaninoff) nicht so gut zurecht kommt. Wenn Sie Klavier spielen erst noch lernen wollen, können Sie vielleicht einen Klavierspieler mitnehmen, oder Sie bitten den Verkäufer, etwas zu spielen. Fast alle Verkäufer gehen auf diesen Wunsch ein. Allgemein ist es sehr interessant und aussagekräftig, auch jemand anderen auf dem Instrument spielen zu hören.

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